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Wein & Philosophie bei Vitikultur Moser – Ordnung und Chaos

4 Min. Lesezeit
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Bei Vitikultur Moser in Rohrendorf bei Krems fand mit „Wein & Philosophie – Ordnung und Chaos“ eine Veranstaltung statt, die weit über eine klassische Weinverkostung hinausging.

Im Zentrum des Abends standen zwei große Kräfte der Geistesgeschichte: Ordnung und Chaos. Philosophische Originaltexte, Musik, Kunst, Wein, Kulinarik, Raum und zeitliche Abfolge wurden zu einer gemeinsamen Dramaturgie verbunden.

Das Ergebnis war ein philosophisches Symposion, bei dem nicht nur über Philosophie gesprochen wurde. Philosophie wurde dargestellt, verkostet und gemeinsam erlebt.

Ordnung und Chaos als philosophische Gegenspieler

Auf der einen Seite stand die Ordnung: Vernunft, Beständigkeit und das Immergleiche.

Diese philosophische Linie führte von Apollon über Platon bis zu Immanuel Kant und wurde von Max Koller dargestellt. Sie verkörperte das strukturierende, vernünftige und formgebende Prinzip.

Auf der anderen Seite stand das Chaos: das Leibliche, Veränderliche und Rauschhafte.

Diese Gegenposition führte von Dionysos über Epikur bis zu Friedrich Nietzsche und wurde von Lorenz Homolka verkörpert. Hier standen Bewegung, Sinnlichkeit, Wandel und unmittelbares Erleben im Mittelpunkt.

Die beiden Positionen wurden jedoch nicht lediglich theoretisch gegenübergestellt. Sie wurden durch Texte, Inszenierung, Musik und Wein sinnlich erfahrbar gemacht.

Max Koller und Lorenz Homolka führen durch die Geistesgeschichte

Durch den philosophischen Teil des Abends führten die beiden philosophischen Praktiker Max Koller und Lorenz Homolka.

Max Koller ist AHS-Lehrer und akademischer philosophischer Praktiker. Mit seiner Philosophischen Lebenspraxis begleitet er Menschen insbesondere in schwierigen Lebenslagen und verbindet philosophisches Denken mit konkreten persönlichen Fragestellungen.

Lorenz Homolka arbeitet als philosophischer Praktiker, Dramaturg und ästhetischer Denker. In seinem Projekt „Zeit und Geist“ verbindet er philosophische Praxis mit einem Salon für Schönes Denken.

Gemeinsam machten sie die Gegensätze zwischen apollinischer Ordnung und dionysischem Chaos nicht nur verständlich, sondern auch lebendig und unterhaltsam.

Kathi Moser als Symposiarchin und Gastgeberin

Eingerahmt wurde der philosophische Abend von Kathi Moser, Winzerin bei Vitikultur Moser und Symposiarchin des Abends.

Der Begriff Symposiarchin geht auf das antike Symposion zurück. Als „Herrin des Gelages“ führte Kathi Moser kulinarisch durch die Veranstaltung und achtete auf das rechte Maß zwischen Berauschung und Belebung.

Damit übernahm sie eine zentrale Rolle in der Dramaturgie des Abends: Wein und Speisen waren keine bloße Begleitung, sondern ein wesentlicher Bestandteil des philosophischen Erlebnisses.

Weinverkostung als philosophische Dramaturgie

„Wein & Philosophie“ war keine gewöhnliche Verkostung mit anschließendem Vortrag. Jeder Bestandteil des Abends war Teil eines größeren philosophischen Zusammenhangs.

Musik, Kunst, philosophische Originaltexte, Wein, Kulinarik, Raum und Reihenfolge wurden bewusst aufeinander abgestimmt. Der Wein wurde dadurch selbst zu einem Mittel des Philosophierens.

Ordnung konnte nicht nur begrifflich nachvollzogen, sondern in Struktur, Ablauf und Maß erlebt werden. Chaos zeigte sich dagegen in Veränderung, Sinnlichkeit, Rausch und spontaner Lebendigkeit.

So entstand ein Format zwischen philosophischem Salon, inszenierter Geistesgeschichte und Weinverkostung.

Ein philosophisches Symposion in Rohrendorf bei Krems

Der Veranstaltungsort bei Vitikultur Moser in Rohrendorf bei Krems bot den passenden Rahmen für dieses besondere Zusammenspiel.

Wein besitzt selbst eine enge Verbindung zu Zeit, Natur, Kultur und Veränderung. Er entsteht aus kontrollierten Prozessen, bleibt aber zugleich von Wetter, Boden, Reife und zahlreichen nicht vollständig planbaren Einflüssen abhängig.

Damit trägt auch der Wein die beiden Leitmotive des Abends in sich: Ordnung und Chaos.

Die philosophische Auseinandersetzung blieb deshalb nicht abstrakt. Sie wurde durch Geschmack, Atmosphäre, Begegnung und gemeinsames Erleben ergänzt.

Ein erster Versuch mit weiteren Plänen

Die Veranstaltung war der erste Versuch dieses neu entwickelten Formats. Nach diesem Abend lässt sich jedoch sagen: Wir haben’s eingesacklt.

Mehr über die genaue philosophische und kulinarische Inszenierung wird vorerst nicht verraten. Das Format soll schließlich auch bei zukünftigen Veranstaltungen seine Überraschungen behalten.

Weitere Termine sind bereits in Arbeit. Dabei soll „Wein & Philosophie“ künftig nicht nur bei Vitikultur Moser, sondern möglicherweise auch an anderen Orten stattfinden.

Der erste Abend in Rohrendorf bei Krems hat gezeigt, dass Weinverkostung und philosophische Praxis keine Gegensätze sein müssen. Richtig miteinander verbunden, schaffen sie einen Raum für Denken, Genuss, Gespräch und neue Perspektiven.

Die Mitwirkenden

Kathi Moser
Symposiarchin und Winzerin
Vitikultur Moser
vitikultur-moser.at

Max Koller
AHS-Lehrer und akademischer philosophischer Praktiker
Philosophische Lebenspraxis
philosophische-lebenspraxis.at

Lorenz Homolka
Philosophischer Praktiker, Dramaturg und ästhetischer Denker
Zeit und Geist
zeitundgeist.com

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