Wie viele Stunden Hochzeitsfotograf braucht ihr wirklich?
Die häufigste Frage im Erstgespräch - und die, bei der am meisten Geld unnötig ausgegeben oder am falschen Ende gespart wird. Hier die ehrliche Antwort statt einer Verkaufsempfehlung.
Für eine standesamtliche Trauung ohne große Feier reichen 3–4 Stunden. Für eine Hochzeit mit Getting Ready, Trauung, Agape und Beginn der Feier sind 6–8 Stunden realistisch. Wer die Tanzeröffnung und die Partystimmung im Bild haben will, braucht 10 Stunden. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern welches Kapitel eures Tages das letzte sein soll.
Rechnet nicht vorwärts, sondern vom Ende her
Der übliche Fehler: Man addiert Programmpunkte und landet bei einer Stundenzahl. Besser ist die umgekehrte Frage - welcher Moment soll das letzte Bild eurer Galerie sein? Von dort rückwärts bis zum ersten gewünschten Bild ergibt sich der Umfang fast von selbst. Und dann kommen realistische Puffer dazu, denn kein Hochzeitstag läuft exakt nach Plan.
Was in welcher Zeit tatsächlich hineinpasst
Standesamt oder kleine Trauung
Ankunft und Details, Zeremonie, Gratulationen, Gruppenbilder nach Liste, kurzes Paarshooting in Gehweite.
Passt, wenn danach privat oder im kleinen Kreis gefeiert wird. Reicht nicht, wenn ihr Getting Ready und Feier auch im Bild wollt.
Trauung mit Agape und Feierbeginn
Später Teil des Getting Ready, Zeremonie, Gratulationen, Gruppenbilder, Paarshooting, Agape und der Beginn des Abendessens.
Der häufigste Umfang für kirchliche oder freie Trauungen ohne große Abendparty. Tanzeröffnung ist damit meist nicht mehr drin.
Der klassische Hochzeitstag
Getting Ready beider Partner, Zeremonie, Gratulationen, Gruppen, Paarshooting in der Golden Hour, Agape, Essen, Reden und Tanzeröffnung.
Für die meisten Paare der stimmigste Umfang - der Tag ist als zusammenhängende Geschichte abgedeckt, ohne dass ihr die Party mitbezahlt.
Vom Morgen bis auf die Tanzfläche
Alles aus dem 8-Stunden-Umfang, plus ausgiebige Partybilder, Mitternachtseinlagen und späte Momente.
Sinnvoll, wenn die Feier selbst ein Höhepunkt ist - große Gästezahl, Live-Musik, Show-Einlagen.
Wo sich sparen lohnt - und wo nicht
Sparen lohnt sich am Ende des Tages: Partybilder ähneln sich nach der ersten halben Stunde stark, und niemand braucht 200 Fotos der Tanzfläche. Wer zwei Stunden am Abend streicht, verliert wenig. Nicht sparen solltet ihr am Anfang und in der Mitte: Getting Ready und die Zeremonie passieren genau einmal, und die Gratulationen direkt nach dem Ja-Wort liefern die ehrlichsten Reaktionen des Tages. Wer dort kürzt, spart an den Bildern, die später am meisten zählen.
Nachbuchen geht - aber nicht immer
Eine zusätzliche Stunde lässt sich bei den meisten Hochzeiten auch noch am Tag selbst dazubuchen, solange kein Anschlusstermin dagegensteht. Da ich pro Wochenende nur eine Hochzeit annehme, ist das meistens möglich. Verlasst euch trotzdem nicht darauf: Es ist deutlich entspannter, den Umfang vorher realistisch zu wählen.

